Sonntag, 15. April 2012

The Goddess Test von Aimee Carter

Titel: Das göttliche Mädchen
Originaltitel: The Goddess Test
Autor: Aimee Carter
Verlag: Mira Ink
Seitenanzahl: 298 Seiten
Preis: 5,00 € eBook
ISBN: 9780373210268

Inhalt:
Du kannst das Leben deiner Mutter retten wenn du als Wintermädchen bestehst!
Sie sind nach Eden gekommen, weil es der Wunsch ihrer sterbenskranken Mutter ist. Hier lernt Kate den attraktiven und stillen Henry kennen. Seit der ersten Begegnung fühlt sie sich auf unerklärliche Weise zu ihm hingezogen. Er sieht so gut aus und scheint gleichzeitig so ... unendlich traurig zu sein.
Bald erfährt Kate, warum: Er ist Hades, der Gott der Unterwelt! Und er macht ihr ein unglaubliches Angebot: Er wird ihre Mutter heilen, wenn Kate sieben Prüfungen besteht und sein geliebtes Wintermädchen wird. Aber ob ihre Seele für ein Winterleben stark genug ist? Bisher haben alle ihr Scheitern mit dem Tod bezahlt. (Amazon.de)

Meinung:
Eine Geschichte über den Gott des Todes, König der Unterwelt und Tyrann der Götterwelt? Muss ich haben, war mein erster Gedanke zu The Goddess Test. In der Zeit spukte mir auch noch Disneys Darstellung zu Hades im Kopf: Jähzornig, zynisch und verdammt unterhaltsam.
Die Erwartungen waren demnach auch groß, als ich begann The Goddess Test zu lesen und am Anfang war ich auch noch recht angetan von dem Buch.

Kate ist ein toller Charakter, bei der man sich wohl fühlt und nicht das Gefühl hat alle ihre Entscheidungen hinterfragen zu müssen. Sie ist ein starker aber dennoch gezeichneter Charakter, der sich seiner Ziele klar ist. Ihre Gefühle für ihre Mutter sind verständlich und manchmal hat es mir das Herz zerrissen wie sehr sie sich nach ihrem Stein in der Brandung gesehnt hat.

Auch der Anfang der Geschichte war innovativ und man lernt gleich zu Beginn der Handlung mit dem Tod zurecht kommen zu müssen, denn in diesem Buch kann man mehr als nur einmal sterben. Soweit so gut. Ein flotter, spannender Beginn und eine sympathische Hauptfigur. Was will man mehr?

Die ersten Erwartungen werden dann aber schon in den Wind geschossen als Hades-Schrägstrich-Henry auftaucht und gleich alle erträumten Klischees zerstört werden. Vor 5 Jahren hätte ich mich vielleicht noch darüber erfreuen können, dass eine romantische Ader auf melancholisches, verträumtes Denken trifft und der Charakter dementsprechend auch aussieht. Henry hat etwas, was Caspar David Friedrich für sein berühmtes Gemälde „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ inspiriert hätte.
Leider stellt sich Henry dann nur als „einsamer Baum“ vom gleichnamigen Künstler heraus. Nur der edle Mensch sieht Gott in ihm und da ich nicht edel bin, war für mich Henry einfach nur ein ... weiterer Edward unter vielen.
Meine negativen Gedanken gegenüber Henry können zum einen damit erklärt werden, dass ich einfach andere Erwartungen gegenüber den König der Unterwelt hatte. So macht die Autorin aus dem Tartaros einen schönen Ort, der mehr an dem christlichen Eden erinnert als die grausame griechische Unterwelt. Henry beherrscht diesen Ort wie ein gnädiger Gott und zeigt den Menschen ihren Ort im Tartaros, der ihren schönsten Erinnerungen gleicht und nichts mehr mit dem Pein zu tun hat, den Hades mythologisch so gerne austeilt.
Zum anderen ist Henrys Charakter leicht zu durchschauen. Er mimt den großen Beschützer in dieser Geschichte, dessen Leid von der weiblichen Hauptfigur mit viel Liebe und ein bisschen Sex davon getragen werden soll. Mir hat da ein bisschen der Hades in Aktion gefehlt, besonders weil immer wieder erwähnt wird, wie furchteinflössend Henry auf seine Untertanen wirkt. 
Auch störend war Henrys passives Verhalten gegenüber den anderen Göttern. Klar, der Gott der Unterwelt ist nicht allmächtig. Das will auch keiner, sonst würde unsere Welt düsterer als jede Dystopie aussehen. Aber muss man gleich klein beigeben, wenn Zeus... pardon ich meinte Walter, entscheidet?

Die Beziehung der beiden Hauptfiguren ist nett, romantisch, aber sonst nicht sonderlich spannend. Henrys Liebe zu Persephone machen es nicht unbedingt leicht für Kate. Zwischen den beiden geht es dann aber doch schneller zu Werk als man ahnt und dann denkt man sich beinahe schon, das nach einen unsterblichen Leben Henry relativ schnell über seine ehemalige Frau hinweg kommt, dafür das er einige Seiten zuvor immer wieder betont, dass sein unsterbliches Herz untröstlich ist.
Ebenfalls ein leidiges Thema ist die angekündigte Dreiecksbeziehung. Ich habe wirklich versucht diese zu ignorieren, aber mit dem Epilog wurde mir mal wieder bewiesen, dass die Autorinnen von Heute einfach nicht ohne zurecht kommen.

Das Ende selbst macht dann nochmal sprachlos und allein dafür hab ich schon ein Punkt abgezogen. Ich hab selten ein solch ekliges Happy End erlebt. Bah, da steigt es mir wirklich Sauer auf. Und dann diese fiesen Tests. Wer hat sich diesen Quatsch ausgedacht mit den sieben Todsünden und Kates Mutter?

Der mythologische Part wird meiner Meinung nach gut im Buch behandelt. Ich verstehe die Modernisierung der Mythologie von der Autorin und auch die Verdrehung von Persephones Geschichte. Es hätte einfach nicht zum Henrys Charakter gepasst, dem ich eine Entführung nicht zutraue. Es war leider nur bitter als es langsam ins Christentum versank und man merkte das die Autorin dann doch nicht so wirklich hinter der griechischen Mythologie steht, wie der Klappentext vermuten lässt. Vielleicht hier einfach mal den eignen religiösen Hintergrund außen vor lassen und auf jegliche göttliche Message verzichten.

Einerseits mochte ich The Goddess Test wirklich sehr gerne, weil es einmal einen anderen Part der paranormalen Romance vertritt als immer nur Vampire, Engel oder sonstige Geschöpfe. Andererseits finde ich es auch Schade was die Autorin daraus gemacht hat. Sie hätte Henry viel interessanter gestalten können und auch das Ende hätte in meinen Augen nicht wirklich gemusst. Aber trotzdem fand ich es nett. Zu mal mir Kate als Hauptfigur wirklich zugesagt hat.

Fazit:
Wer keine Probleme mit einem schwachen, männlichen Hauptcharakter hat, verdrehter, modernisierten Mythologie und einer angedeuteten Dreiecksbeziehung, die sich bestimmt in den folgenden Bücher weiter entwickeln wird, sollte es einmal mit The Goddess Test versuchen, denn es ist eindeutig eine kleine, nette Abwechslung zu all den Dystopien- und Vampirgeschichten.


Reihenfolge:

16 Kommentare:

  1. Habe von dem Buch vorher irgendwie noch gar nichts gehört. Dann gerade bei dir die Inhaltsangabe gelesen und gedacht "Wow, klingt toll!" Dann deine Rezension gelesen und gedacht: "Schade drum." Mich nerven diese melancholisch, sensiblen, romantischen männlichen Charaktere momentan sehr und auch diese typischen Dreieckskisten sind einfach platt. Gerade Hades hätte man ja mal mit Charme, Witz und Charakter zeichnen können.
    Mal ist das ok, aber zu oft ein Buch das nach Schema F gestrickt ist, ist einfach blöd zu lesen, wenn man nicht genau dieses Schema such. Vielen Dank für die wirklich gute Rezension, die mich jetzt vom Kauf abhalten wird.

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    1. Das hab ich auch gedacht und hatte echt eine riesige Vorfreude auf dieses Buch. Eben weil ich gedacht habe Hades ist echt ein anstrengender Charakter (So wie wir ihn von Disney halt kennen xD) und dann ist das ein typischer männlicher Charakter wie jeder andere auch *seufz*
      Vielleicht was für zwischen durch, aber wenn du schon genug vom Schema hast, dann lass es lieber >.<

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  2. Sehe es genau wie Kirsche! Und tolle Rezension! :)

    Liebe Grüße
    Lydia

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    1. Hahaha :D Dann ist sicherlich "Ashes" von Ilsa J. Bick etwas für dich <-- das Buch ist der absolute Hammer! :)

      Danke dir ♥

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    2. Jaha, das will ich mir auch immer wieder kaufen oder ertauschen, aber keiner will das abgeben xD und ich hab jetzt Buchkaufverbot >.<

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  3. ahhh, deine rezi hat mich sooooo unentschlossen gemacht ;P
    haha :D ich finde dein fazit klingt so, als würde ich das nicht so toll finden, deine rezi macht mir aber voll lust das zu lesen xD

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    1. Nicht das du es jetzt wegen mir kaufst und es dann bescheuert findest und ich an allem Schuld bin xD
      Gott sei dank hab ich dafür nur 99 Cent ausgegeben weil Amazon so gnädig war - aber nun ja.
      Wenn du kein Problem mit der griechischen Version von Twilight hast (Nur hier werden alle 4 Twilight Bücher in einem Buch gepresst) sollte dir nichts in Weg stehen. Nur Kate kommt besser weg als ihr Edward, pardon Hades ... äh ne, Henry xD Mensch verwirrend hier. Bald kommt ja die deutsche Übersetzung, bis dato kannst du es dir ja überlegen

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  4. Das hört sich ja sehr durchwachsen an, das Buch. Ich habe von 'The Goddess Test' bisher nur Gutes gehört, daher war es jetzt sehr interessant auch mal eine etwas kritischere Meinung zu lesen - danke dafür :) Auf dem Wunschzettel bleibt das Buch auf jeden Fall mal, ich würde ja gerne in die Übersetzung reinlesen, wenn sie dann erscheint.

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    1. Echt? Ich nur schlechtes (Bis auf Crini, die mochte das Buch).
      Es ist jetzt nicht grottig - es ist nett, mehr nicht xD

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  5. Zeus heißt in dem Buch Walter? Ernsthaft? x)
    Ich fand das Buch klang ganz interessant, aber wenn die Umsetzung der griechischen Mythologie (besonders Hades aka Henry), bzw. das Abdriften ins Christentum nicht soo dolle gelungen ist, dann überleg ich mir das wohl zweimal.

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    1. Jap, sie wollten sich der modernen Welt anpassen.
      Wahrscheinlich hat Zeus gemerkt das es mit seinem Namen keine steuerlichen Vorteile mehr bei den Griechen gibt, weil sie selbst kein Geld mehr haben xD.
      Henry kannst du in die Tonne kloppen - oder eher von der Klippe schmeißen, überleben würde er es ja leider. Er ist nicht viel mehr als ein - wie sagte eine englische Bloggerin, Ah "Emo Virgin Ruler of The Underworld" das trifft es xD er trägt sogar nur schwarz!

      Ich find man muss sich für eins entscheiden. Mythologie oder Christentum - beides geht nicht. Weihnachten konnte ich noch verzeihen, ist immerhin ein germanischer Brauch - aber die sieben Todsünden? What the Hell. Besonders weil die Götter sich selber an diese imaginären Regeln niemals gehalten hätten. Walter kann bestimmt ein Lied davon singen.

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  6. Naja, ich muss dir aber - als Mythologie Experte - in ein paar Punkten wiedersprechen, Jeanne.
    Der mythologische Hades/Pluto war tatsächlich unbarmherzig und ein ausgezeichneter Krieger, aber er war keinesfalls die Personalisierung des Todes oder des Bösen. Er galt als ein sehr selbstloser Mann, der sich kaum in die Streitereien der anderen Götter verwickelt hat. Er war aber sehr, sehr besitzergreifend. Der einzige Grund(!) warum er in der Mythologie als furchteinflößend galt, war dass er das Pech hatte, der Gott der Unterwelt zu sein, sein JOB. Und das war es auch, nichts als ein Job, den er von Zeus aufgetragen bekommen hat. Hades war nichtsdestotrotz eine eher unauffällige Persönlichkeit, ganz anders als Ares, der es liebte zu kämpfen, der über die Leichen seiner Feinde spazierte, weil er Blutlüstern war. Hades nicht. Nichtsdestotrotz ist es auch nicht gut mit ihm Kirschen zu essen, sobald man ihn erzürnt xD
    Die Menschen hatten Angst vor ihm, weil er ihre Seelen in die Unterwelt holte, er selbst aber hat nichts mit dem Tod zu tun, er passt nur auf alles auf. Das wollte ich mal kurz klar stellen, weil viele das Missverständnis glauben, Hades sei böse gewesen ^^ Im Vergleich zu Ares, war er ein zahmes Lämmchen und sogar Hephaistos war grausamer.
    Tut mir Leid, dass ich jetzt dein Weltbild zerstörren musste, aber was griechische Mythologie betrifft, sollte man schon eher den "Fakten" nachgehen.

    Ob du mir glauben willst oder nicht, liegt an dir, aber habe ich dich jemals enttäuscht, als es um die Fakten der griechischen Mythologie ging? Ich will ja nicht angeben, aber ich habe auch IMMER meine Geschichts-Lehrer verbessern müssen, sobald es um die Göttern ging. Du kannst mir also ruhig glauben oder in der Bibliothek nachschlagen gehen ^^

    ZU REZI: Wie immer herrlich xD Sobald du Henry mit „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ vergichen hast, ist mein Kopf durch das Dach gekracht, weil ich so lachen musste xD
    Das mit den sieben Todsünden finde ich auch lächerlich, schon weil das zur christlichen Geschichte gehört und nicht zur MYTHOlogischen Saga o__O

    Der mythologische Part wird meiner Meinung nach gut im Buch behandelt.
    Finde ich auch, auch was Henry betrifft (sorry), trotzdem ging er mir voll ab, weil er - wie du es erwähntest - nur ein weiterer Edward unter millionen ist. Mir hat das realistische, das greifbare gefehlt. Obwohl er geschichtlich nicht übel war, hat er mich überhaupt nicht an Hades erinnert :/ Auch nicht an einen möglich jüngeren Hades.

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    1. Ich weiß schon das Hades nicht wie Disney Hades ist^^ - aber der mythologische Hades hat auch ein bisschen mehr Pepp im Hintern, den Henry nicht hat.
      Ich hab halt jemanden erwartet, der grimmig ist (Halt unglücklich mit seinem Job xD), unberechenbar - aber kein Monster. Einfach mal einen anstrengenden männlichen Charakter.
      Und jungfräulicher Hades ist auch nicht unbedingt mythologisch richtig xD Der reißt doch ständig eine Nymphe auf.

      xD Ich find einen besseren Vergleich gibt es nicht. In der Kurzgeschichte steht er sogar an einer Klippe - da musste ich richtig laut auflachen.

      Henry ist ein Waschlappen -.- er lässt sogar Menschen aus der Unterwelt frei. HALLO? Ich bin aber mal auf den zweiten Teil gespannt - da heißt es dann Persephone trifft auf Kate.
      Vielleicht gibt es einen erhofften Bitchfight xD

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  7. Die beiden kloppen sich schon ordentlich im zweiten Band, zumindest verbal ;-)

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    1. Jetzt machst du mich neugierig - vielleicht sollte ich nach Iron Crowned doch Goddess Interrupted lesen - wobei Legend auch so verdammt verführerisch aussieht >.< Und Scorch Trials erst. *seufz* Ich verfluche meinen SUB!

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