Montag, 23. Juli 2012

Frostkuss von Jennifer Estep

Titel: Frostkuss
Originaltitel: Touch of Frost
Reihe: Mythos Academy #1
Autor: Jennifer Estep
Verlag: Ivi Verlag
Seitenanzahl: 400 Seiten
Preis: 14,99 €
ISBN: 9783492702492

Inhalt:
Im Mittelpunkt der Serie steht die 17-jährige Gwen Frost, die über ein außergewöhnliches Talent verfügt: Sie besitzt die »Gypsy-Gabe« – bei der eine einzige Berührung ausreicht, um alles über einen Gegenstand oder einen Menschen zu wissen. Doch dabei spürt Gwen nicht nur die guten Gefühle, sondern auch die schlechten und die gefährlichen. Auf der Mythos Academy soll sie lernen, mit ihrer Gabe sinnvoll umzugehen. Aber was Gwen nicht weiß: Die Studenten werden dort ausgebildet, um gegen den finsteren Gott Loki zu kämpfen. Und obwohl sie der Meinung ist, an der Mythos Academy nichts verloren zu haben, erkennt Gwen bald, dass sie viel stärker ist als gedacht und all ihre Fähigkeiten brauchen wird, um gegen einen übermächtigen Feind zu bestehen. (Amazon.de)

Meinung:
Regel Nummer eins: „Vergleiche niemals zwei Bücher miteinander“
Und wo sonst Ausnahmen die Regeln bestätigen, lässt sich trotz anfänglicher Skepsis kein wirklicher Vergleich ziehen zwischen Frostkuss und anderen Bücher dieser Sparte, die akademischen Teil mit Fantasy mischen.

So waren es in Vampire Academy von Richelle Mead die Halbvampire und Vampire dieser Welt die Schulbank drücken mussten, sind es in der Mythos Academy die Spartaner, Wikinger, Griechen und Walküren.
Inmitten dieses großen mythologischen, pubertärer und auch bewaffneten Haufen voller Teenagern, befindet sich auch die Hauptfigur Gwen Frost, die einzige Gypsy und Außenseiter der Schule. Möglicherweise mag das an ihrem Charakter liegen, der zwar viele süße Attribute mitbringt, aber auch selten bereit ist sich der Masse ganz gar hinzugeben. Es mag aber vielleicht auch an ihren Mitschülern liegen, die zu sehr in ihren eigenen festgeschriebenen Rollen hängen. Fest steht jedoch, dass es auf Dauer leider sehr nervig ist, ständig über das Opfersyndrom von Gwen stolpern zu müssen.
Dabei versucht Estep einen sehr einfachen Weg zu wählen und gibt ihrer Figur viele gute Eigenschaften mit. Auf Dauer erscheint Gwen damit aber leider auch etwas flach und langweilig.

Glückerweise zählt dies nicht für die wunderbare Daphne, die am Anfang keine große Schwäche für Gwen hat, aber später kaum von Gwens Seite wegzudenken ist. Auch ich konnte bald nicht mehr Daphne, denn die bizarre Mischung aus Computerfreak, Zicke und rosaroten Prinzessin, war mehr als amüsant und lockerte die ganze, zermürbende Handlung etwas auf.
Auch Logan Quinn kommt im Verlauf der Handlung immer mehr in die Geschichte vor und stellt sich später als ihr persönlicher Loverboy heraus. Im Gegensatz zu Daphne, besitzt er aber kaum charakterliche Besonderheiten. Er hat mehr Ähnlichkeiten mit einer dieser typischen, arroganten Charakteren, die ihre dreckigen Pfoten nicht bei sich behalten können und nebenher immer noch den Beschützer dieser Welt spielen.
Umso weniger war ich überrascht, dass gegen Ende noch einmal die Gefühlskiste ausgepackt wurde: „Wir können nicht zusammen sein, weil ich ein schreckliches Geheimnis habe“.
Das war aber auch nicht sonderlich überraschend, dennoch füllt man sich einigermaßen unterhalten mit den Charakteren, da zwar viele das typische Klischee bedienen und wenig nennenswerte Schwächen an sich haften, aber oft genug für das ein oder andere Grinsen im Gesicht zaubert.

Zur Handlung dagegen viel mir nicht mehr viel zum Lachen ein. Diese kam mir mehr vor wie ein überlanger Prolog als der Auftakt einer ganzen Story. Es braucht sehr lange bis wirklich etwas passiert und die meiste Zeit hatte ich eigentlich das Gefühl mehr mit Gwens Bibliotheksarbeit beschäftigt zu sein, als wirklich etwas von der Mythos Academy zu erfahren. Das größte Problem liegt hier wohl bei Gwen, die diese Idee lächerlich findet und selbst nicht an die Mythos Academy glaubt. Dadurch erfährt man unheimlich wenig vom Umfeld. Gerade die Gegner bleiben für mich gänzlich unbekannt und ich könnte sie auch nicht durch irgendwelche Besonderheiten ausmachen.
Lediglich der Anteil an Krimi war sehr nett und gut gemacht. Ich bin wirklich nicht auf die wahre Motive gekommen und konnte letzten Endes doch überrascht werden, auch wenn es sehr lange gedauert hat bis die Geschichte mich mitreißen konnte.

Fazit
Alles in allem ist Frostkuss ein amüsanter, aber doch sehr lahmer Auftakt zu einer interessanten Reihe. Die Figuren sind süß und sympathisch, heben sich aber kaum vom Einheitsbrei ab. Dennoch kann der detektivische Teil der Geschichte und die Hinweise zum nächsten Teil mich durch aus überzeugen und mich glauben lassen, dass die Reihe einfach noch Zeit und Luft braucht um sich zu entwickeln.

Reihenfolge:

2 Kommentare:

  1. Eine schöne Rezension, auch wenn dir "Frostkuss" nicht so sehr gefallen hat. Ich habe mir das Buch heute gekauft, vielleicht hätte ich deine Rezension eher lesen sollen ... Nunja, ich lasse mich mal überraschen! :-)

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  2. Ich muss sagen, dass kann ich alles 100% unterschreiben. ;)

    Schöner neuer Header übrigens, sehr elegant. Mit welchem Programm hast du ihn erstellt?

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