Titel: Frostkuss
Originaltitel: Touch of Frost
Reihe: Mythos Academy #1
Autor: Jennifer Estep
Verlag: Ivi Verlag
Seitenanzahl: 400 Seiten
Preis: 14,99 €
ISBN: 9783492702492
Inhalt:
Im Mittelpunkt der Serie steht die 17-jährige Gwen Frost, die über ein außergewöhnliches Talent verfügt: Sie besitzt die »Gypsy-Gabe« – bei der eine einzige Berührung ausreicht, um alles über einen Gegenstand oder einen Menschen zu wissen. Doch dabei spürt Gwen nicht nur die guten Gefühle, sondern auch die schlechten und die gefährlichen. Auf der Mythos Academy soll sie lernen, mit ihrer Gabe sinnvoll umzugehen. Aber was Gwen nicht weiß: Die Studenten werden dort ausgebildet, um gegen den finsteren Gott Loki zu kämpfen. Und obwohl sie der Meinung ist, an der Mythos Academy nichts verloren zu haben, erkennt Gwen bald, dass sie viel stärker ist als gedacht und all ihre Fähigkeiten brauchen wird, um gegen einen übermächtigen Feind zu bestehen. (Amazon.de)
Meinung:
Regel Nummer eins:
„Vergleiche niemals zwei Bücher miteinander“
Und wo sonst Ausnahmen
die Regeln bestätigen, lässt sich trotz anfänglicher Skepsis kein
wirklicher Vergleich ziehen zwischen Frostkuss und anderen Bücher
dieser Sparte, die akademischen Teil mit Fantasy mischen.
So waren es in Vampire
Academy von Richelle Mead die Halbvampire und Vampire dieser Welt die
Schulbank drücken mussten, sind es in der Mythos Academy die
Spartaner, Wikinger, Griechen und Walküren.
Inmitten dieses großen
mythologischen, pubertärer und auch bewaffneten Haufen voller
Teenagern, befindet sich auch die Hauptfigur Gwen Frost, die einzige
Gypsy und Außenseiter der Schule. Möglicherweise mag das an ihrem
Charakter liegen, der zwar viele süße Attribute mitbringt, aber
auch selten bereit ist sich der Masse ganz gar hinzugeben. Es mag
aber vielleicht auch an ihren Mitschülern liegen, die zu sehr in
ihren eigenen festgeschriebenen Rollen hängen. Fest steht jedoch,
dass es auf Dauer leider sehr nervig ist, ständig über das
Opfersyndrom von Gwen stolpern zu müssen.
Dabei versucht Estep
einen sehr einfachen Weg zu wählen und gibt ihrer Figur viele gute
Eigenschaften mit. Auf Dauer erscheint Gwen damit aber leider auch
etwas flach und langweilig.
Glückerweise zählt dies
nicht für die wunderbare Daphne, die am Anfang keine große Schwäche
für Gwen hat, aber später kaum von Gwens Seite wegzudenken ist.
Auch ich konnte bald nicht mehr Daphne, denn die bizarre Mischung aus
Computerfreak, Zicke und rosaroten Prinzessin, war mehr als amüsant
und lockerte die ganze, zermürbende Handlung etwas auf.
Auch Logan Quinn kommt im
Verlauf der Handlung immer mehr in die Geschichte vor und stellt sich
später als ihr persönlicher Loverboy heraus. Im Gegensatz zu
Daphne, besitzt er aber kaum charakterliche Besonderheiten. Er hat
mehr Ähnlichkeiten mit einer dieser typischen, arroganten
Charakteren, die ihre dreckigen Pfoten nicht bei sich behalten können
und nebenher immer noch den Beschützer dieser Welt spielen.
Umso weniger war ich
überrascht, dass gegen Ende noch einmal die Gefühlskiste ausgepackt
wurde: „Wir können nicht zusammen sein, weil ich ein schreckliches
Geheimnis habe“.
Das war aber auch nicht
sonderlich überraschend, dennoch füllt man sich einigermaßen
unterhalten mit den Charakteren, da zwar viele das typische Klischee
bedienen und wenig nennenswerte Schwächen an sich haften, aber oft
genug für das ein oder andere Grinsen im Gesicht zaubert.
Zur Handlung dagegen viel
mir nicht mehr viel zum Lachen ein. Diese kam mir mehr vor wie ein
überlanger Prolog als der Auftakt einer ganzen Story. Es braucht
sehr lange bis wirklich etwas passiert und die meiste Zeit hatte ich
eigentlich das Gefühl mehr mit Gwens Bibliotheksarbeit beschäftigt
zu sein, als wirklich etwas von der Mythos Academy zu erfahren. Das
größte Problem liegt hier wohl bei Gwen, die diese Idee lächerlich
findet und selbst nicht an die Mythos Academy glaubt. Dadurch erfährt
man unheimlich wenig vom Umfeld. Gerade die Gegner bleiben für mich
gänzlich unbekannt und ich könnte sie auch nicht durch irgendwelche
Besonderheiten ausmachen.
Lediglich der Anteil an
Krimi war sehr nett und gut gemacht. Ich bin wirklich nicht auf die
wahre Motive gekommen und konnte letzten Endes doch überrascht
werden, auch wenn es sehr lange gedauert hat bis die Geschichte mich
mitreißen konnte.
Fazit
Alles in allem ist
Frostkuss ein amüsanter, aber doch sehr lahmer Auftakt zu einer
interessanten Reihe. Die Figuren sind süß und sympathisch, heben
sich aber kaum vom Einheitsbrei ab. Dennoch kann der detektivische
Teil der Geschichte und die Hinweise zum nächsten Teil mich durch
aus überzeugen und mich glauben lassen, dass die Reihe einfach noch
Zeit und Luft braucht um sich zu entwickeln.
Reihenfolge:












Eine schöne Rezension, auch wenn dir "Frostkuss" nicht so sehr gefallen hat. Ich habe mir das Buch heute gekauft, vielleicht hätte ich deine Rezension eher lesen sollen ... Nunja, ich lasse mich mal überraschen! :-)
AntwortenLöschenIch muss sagen, dass kann ich alles 100% unterschreiben. ;)
AntwortenLöschenSchöner neuer Header übrigens, sehr elegant. Mit welchem Programm hast du ihn erstellt?